Die (unvollständige) Chronik gibt einen Überblick über extrem rechte und neonazistische Vorfälle, sowie Gegenaktivitäten im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Vereinzelt fließen auch Ereignisse aus angrenzenden Landkreisen mit ein.

Kontaktiert uns, wenn Ihr Informationen habt, die zur Vervollständigung beitragen. Wir sind für jeden Hinweis dankbar!

2012

18.März 2012 / Darmstadt: Festnahme zweier Jugendlicher, denen neben Sachbeschädigung vorgeworfen wird ein NS-Symbol in die Motorhaube eines PKW geritzt zu haben.1

3.August 2012 / Darmstadt: NPD-Kundgebung auf dem Darmstädter Luisenplatz im Rahmen der sogenannten Sommertour durch zahlreiche Städte. Weniger als ein Dutzend Nazis stehen 600-800 Gegendemonstranten gegenüber.34

25.August 2012 / Bensheim: Kurzfristig angemeldeter Nazi-Aufmarsch mit ungefähr 40 Teilnehmer_innen in der Bensheimer Innenstadt. Desaströs dabei auch die Handhabung von Seiten der Stadt und der lokalen Presse.35

2011

23.März 2011 / Erbach: Eine Wahlkampfkundgebung der rechtspopulistischen Partei „Die Republikaner“ wird verhindert.19

7.September 2011 / Bensheim: Versuchter Übergriff auf vermeintliche Antifaschist_innen durch Neonazis am Bensheimer Bahnhof.24

6.Oktober 2011 / Bensheim: 8 Mitglieder des sog. Nationalen Widerstand Bergstraße überfallen in Bensheim zwei Schüler gezielt und bewaffnet. Grund für die Auswahl der Opfer war ihr „alternatives Aussehen“.28 29

6.November 2011 / Bensheim: Bei einer koordinierten Outingaktion in ganz Hessen wird die Öffentlichkeit über aktive Nazistrukturen und deren Kader informiert. Davon betroffen sind ehemalige Mitglieder der Kameradschaft Bergstraße, unter anderem die in Heppenheim ansässigen Franko N. und Kai R., sowie der Zwingenberger Krister W. Alle drei waren in letzter Zeit in relativ frischen Strukturen und unter verschiedenen Labels wie „Freie Nationalisten Odenwald“ und „Nationaler Widerstand Bergstraße“ aufgetreten und auch vermehrt an Übergriffen beteiligt.30 Parallel dazu wird in Biblis der Neonazi Nicolay M. geoutet.31

19.November 2011 / Weiterstadt: Nazischmierereien an Bushaltestelle und Schule.2

26.November 2011 / Darmstadt: Auf einer Party von Studierenden der EFH Darmstadt taucht eine Gruppe von ca. fünf Nazis im Schlepptau eines Studenten auf. Gäste setzen sich erfolgreich dafür ein, dass die Nazis der Veranstaltung verwiesen werden.18

8.Dezember 2011 / Darmstadt: Augenzeugenberichten zufolge skandieren betrunkene Personen Naziparolen auf dem Darmstädter Luisenplatz, Polizeiermittlungen folgen.24

2010

22.Januar 2010 / Michelstadt: Nazi-Übergriff auf einen 19-Jährigen. Der Betroffene erleidet einen Nasenbeinbruch und eine Gehirnerschütterung.23

16.Mai 2010 / Worms: In der Nachtvom 16. auf den 17. Mai verüben Unbekannte einen Brandanschlag auf die Wormser Synagoge.22

27.Juni 2010 / Darmstadt: Zwei Nazis werden nach einer polizeilichen Kontrolle wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen angezeigt.21

23.Dezember 2010 / Biblis: Nazi-Outing bei Florian W., einem führenden Kopf der „Nationalen Sozialisten Ried“.32

27.Dezember 2010 / Heppenheim: Die Scheiben von drei Dönerläden und einem Lebensmittelgeschäft werden mit Pflastersteinen eingeschmissen.20

2009

Januar 2009 / Darmstadt: Antisemitische Sprayerein am DGB-Haus.26

26.Januar 2009 / Heppenheim: Antifaschist_innen werden beim Verteilen von Flugblättern von Neonazis attackiert.26

30.Januar 2009 / Darmstadt: Unbekannte zerstören die Schaufensterscheibe des Linkstreff Georg Fröba.26

15.März 2009 / Darmstadt: Spontanaufmarsch der Kameradschaft Darmstadt. Zur Mittagszeit marschieren rund 20 Nazis, mit Hitlergruß und Parolen skandierend durch die Darmstädter Fußgängerzone. Die Polizei nimmt 13 von ihnen vorübergehend fest.3

21.November 2009 / Darmstadt: Fans des Fußballvereins Eintracht Wald-Michelbach treten bei einem Spiel in Darmstadt u.a. mit einer Reichskriegsflagge auf, unter ihnen auch Mitglieder der „Kameradschaftlichen Jugend Odenwald“, die sich kurz nach dem Vorfall auflöst.25 27

2008

5.Januar 2008 / Darmstadt: Kundgebung der rechtspopulistischeRepublikaner gegen Minarette in Darmstadt mit ca. 10 Teilnehmer_innen. Die Veranstaltung wird aufgrund von Gegenwehr frühzeitig abgebrochen.4

Januar 2008 / Bergstraße: NPD-Lautsprecher-Aktionen und Flugblatt-Verteilung in der gesamten Bergstraße.5

24.Oktober 2008 / Darmstadt: Nach einer gemeinsamen Veranstaltung des DGB, Verdi und der Jüdischen Gemeinde Darmstadt mit einer Referentin der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem, schmieren Unbekannte Naziparolen ans DGB Haus.5

27.Oktober 2008 / Heppenheim: In der Unterführung am Stadion werden rassistische und antisemitische Sprühereien entdeckt..5

2007

Anfang 2007 / Alsbach: Zu Beginn des Jahres kommt es viermal zur Schändung des jüdischen Friedhofs.6

Februar 2007 / Alsbach: Die Polizei fasst den Täter der Friedhofsschändungen. Der 44-jährige Familienvater gesteht zudem über einen Zeitraum von drei Jahren ein jüdisches Ehepaar terrorisiert zu haben. Der Mann hatte dem Paar wiederholt pornografisches Material geschickt, das mit Nazisymbolen und -parolen versehen war.6

2006

07.Januar 2006 / Griesheim: Rechtsrock-/Hatecorekonzert in Griesheim. Über 500 Nazis aus ganz Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Italien und Tschechien wohnen einem Konzert mit den Bands „Eternal Bleeding“ (Sachsen/Thüringen), „Blitzkrieg“ (Chemnitz), „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ (Niedersachsen), Breakdown (Süddeutschland) und Radikahl (Nürnberg) bei. Letztgenannte zählen zu den bekanntesten deutschen Nazibands und wurden bereits 1997 wegen Volksverhetzung verurteilt. In ihren Texten fordern sie etwa „dem Adolf Hitler den Nobelpreis zu umzuhängen“ und bekennen sich zu „Rasse, Stolz und Hakenkreuz“. Veranstaltungsort ist die Gaststätte „Zur Kanone“, deren Inhaber sich vor dem Konzert noch in dem Glauben wähnte seine Räumlichkeiten an eine gewöhnliche Basketballmannschaft zur Ausrichtung einer Geburtstagsfeier zu vermieten. Augenzeugenberichten zufolge versuchen vermummte Nazis, im Vorfeld des Konzerts, alternativ aussehende Jugendliche mit Knüppeln zu attackieren. Die Angegriffenen retten sich in ein Lokal.7

27.Juni 2006 / Alsbach-Hähnlein: Auf dem jüdischen Friedhof werden mit roter Farbe zwei Hakenkreuze auf Schilder gesprüht, an einer Mauer werden weitere Schmierereien entdeckt. Der Friedhof ist damit seit Juni 2004 zum fünften Mal Ziel antisemitischer Schmierereien geworden.8

04.August 2006 / Alsbach-Hähnlein: Am 4. August teilt die Polizei mit, dass der größte jüdische Landfriedhof Hessens in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt erneut geschändet wurde. In roter Farbe wurden antisemitische Schmierereien auf Infotafeln und die Trägersäulen des Eingangsdaches angebracht.9

29.Oktober 2006 / Seeheim-Jugenheim: Der NPD-Funktionär Wolf-Jürgen Z., Vorsitzender des NPD-Kreisverbands Darmstadt-Dieburg, wird in seinem Wohnort und bei der Arbeitstelle geoutet. Dieser legt kurz darauf sein Amt nieder, der Kreisverband löst sich auf.33

22.November 2006 / Erbach-Bullau: Nach monatelangen Anfeindungen tritt der Ortsvorsteher des Erbacher Stadtteils Bullau zurück. Besonders heftig waren die anonymen Anwürfe gegen ihn geworden, nachdem er einen Giftanschlag auf ein Baumdenkmal in Bullau als möglicherweise antisemitisch motiviert bezeichnet hatte. Der historische Birnbaum erinnert an einen jüdischen Rabbiner. Der Ortsvorsteher wurde anonym als Nestbeschmutzer beschimpft, der sich „vor den Karren der Juden spannen lasse“.9

2005

15.April 2005 / Alsbach-Hähnlein: Schändung des jüdischen Friedhofs durch Unbekannte.8

16.Juli 2005 / Alsbach-Hähnlein: Erneute Schändung des jüdischen Friedhofs durch Unbekannte, an die Außenmauern wird u.a. der Schriftzug „Ausschwitz“ geschmiert.8

17.August 2005 / Bensheim: Das Finanzamt Bensheim ist seit mehreren Tagen nächtliches Ziel Unbekannter, die Hakenkreuze und andere rechtsextreme Symbole aufsprühen.8

5.September 2005 / Alsbach-Hähnlein: Unbekannte Täter verunstalten die Außenmauer des jüdischen Friedhofs mit Hakenkreuzen, SS-RUnen und dem Schriftzug „Heil Hitler“.10

2004

4.Juni 2004 /Alsbach-Hähnlein: Im Vorfeld eines öffentlich angekündigten Rundgangs auf dem jüdischen Friedhof wird dieser geschändet. Unbekannte werfen zwei Grabmale um und ritzen Hakenkreuze in sieben Grabsteine.11

2003

Anfang 2003 / Bergstraße: Die neonazistische Kameradschaft Bergstraße führt Plakataktionen zum Gedenken an den Hitlerstellvertreter Rudolf Heß durch.12

01.Februar 2003 / Bensheim: Unbekannte versuchen mit einem Stein ein Mahnmal mit Bild der zerstörten Bensheimer Synagoge zu beschädigen, das an die Reichspogromnacht erinnert.13

15.Oktober 2003 / Michelstadt: Auf dem jüdischen Friedhof in Michelstadt werden fünf Grabsteine umgestoßen. Die Polizei ermittelte vier tatverdächtige Personen zwischen 15 und 21 Jahren.12

2002

26. Mai 2002 / Erbach: Brandanschlag auf das Asylbewerberheim Wiesenmühle in Erbach, das Gebäude wird fast komplett zerstört. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung.14 15
Die Polizei geht dabei jedoch nicht von fremdenfeindlichen Motiven aus, da „zu keinem Zeitpunkt Anzeichen für Vorbehalte gegenüber in Sammelunterkünften lebenden Ausländern“ [sic!] vorhanden wären.16

1994

18.Februar 1994 / Darmstadt: Mord an Ali Bayram. Der 50 jährige Unternehmer wird in seiner Wohnung von einem schon lange als Neonazi bekannten Nachbarn erschossen, die Tochter ebenfalls verletzt.17

  1. www.prosos.org/sosnews597497.html [zurück]
  2. www.prosos.org/sosnews540383.html [zurück]
  3. Mehr Infos: http://www.fr-online.de/darmstadt/polizei-nimmt-rechte-fest-nazi-aufmarsch-ohne-darmstaedter,1472858,3179824.html [zurück]
  4. de.indymedia.org/2008/01/204331.shtml [zurück]
  5. www.fremdenfreundlich.de/Rechtsextreme Aktionen im Jahr 2008.pdf [zurück]
  6. http://www.apabiz.de/archiv/material/Chronologien/Antisemitismus_2007.pdf [zurück]
  7. Quelle: Darmstädter Echo [zurück]
  8. http://www.arbeitskreis-zwingenberger-synagoge.de/gegen-neonazis/neonazis/index.html [zurück]
  9. http://www.apabiz.de/archiv/material/Chronologien/Antisemitismus_2006.pdf [zurück]
  10. http://www.alemannia-judaica.de/alsbach_friedhof.htm [zurück]
  11. http://www.apabiz.de/archiv/material/Chronologien/Antisemitismus_2004.pdf [zurück]
  12. linksunten.indymedia.org/de/node/30812 [zurück]
  13. http://www.apabiz.de/archiv/material/Chronologien/Antisemitismus_2003.PDF [zurück]
  14. linksunten.indymedia.org/de/node/30812 [zurück]
  15. www.odenwald-geschichten.de/?p=1174 [zurück]
  16. www.feuerwehr-reichelsheim.de/einstx02/26_05_1.html [zurück]
  17. de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Todesopfern_rechtsextremer_Gewalt_in_Deutschland [zurück]
  18. https://web.resist.ca/~antifab/?q=node/97 [zurück]
  19. https://web.resist.ca/~antifab/?q=node/42 [zurück]
  20. https://web.resist.ca/~antifab/?q=naziticker [zurück]
  21. https://web.resist.ca/~antifab/?q=node/49 [zurück]
  22. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,695226,00.html [zurück]
  23. https://web.resist.ca/~antifab/?q=node/7 [zurück]
  24. http://antifadarmstadt.blogsport.de/naziaktivitaeten/ [zurück]
  25. http://fightrepression.blogsport.de/2010/06/23/pressemitteilung-zu-den-hintergruenden-der-antifaschistischen-demonstration-am-26-juni-in-darmstadt/ [zurück]
  26. http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=fu%C3%9Fball%20darmstadt%20nazis%20waldmichelbach&source=web&cd=6&ved=0CGAQFjAF&url=http%3A%2F%2Fwww.fremdenfreundlich.de%2FRechtsextreme%2520Aktionen%2520im%2520Jahr%25202009.pdf&ei=Fju1T5WNM4354QT8-o3yDQ&usg=AFQjCNF4A4bFi0xYWHGOmbuWLHnRtLjapA&cad=rja [zurück]
  27. http://antifadarmstadt.blogsport.de/2010/10/09/neues-ueber-die-rechte-szene-in-suedhessen/ [zurück]
  28. http://www.echo-online.de/region/bergstrasse/kreis/Warnung-an-die-rechte-Szene;art1145,2780759 [zurück]
  29. https://linksunten.indymedia.org/node/48325 [zurück]
  30. https://linksunten.indymedia.org/node/49496 [zurück]
  31. https://linksunten.indymedia.org/en/node/49851 [zurück]
  32. https://linksunten.indymedia.org/en/node/31067 [zurück]
  33. http://de.indymedia.org/2010/10/291726.shtml [zurück]
  34. http://www.echo-online.de/region/darmstadt/Rund-600-Demonstranten-stoeren-lautstark-NPD-Kundgebung;art1231,3112273 [zurück]
  35. http://ankdarmstadt.blogsport.de/2012/09/05/journalistische-fehlleistung-starkenburger-echo-verschafft-neonazis-aus-suedhessen-kostenlose-pr-massnahme/ [zurück]